Sie ist weg, der Herbst kommt

Sie ist weg, der Herbst kommt.
Nach ein paar Schritten zerfetzt der Wind meinen Ikea-Family-Schirm, den ein fleissiger Wanderarbeiter irgendwo auf dieser Welt mit geübten Fingern zusammengesteckt hat. Der Regen spritzt den Dreck der Straße gegen meine nackten Beine; heute früh verhieß der Sonnenaufgang noch schönes Wetter und ich zog meine kurzen Hosen an und fuhr mit dem Rad. Nun lasse ich es stehen.
Schön, wenn die Musik passt. Pelican haben sicher einen großteil ihrer Songs bei diesem Wetter geschrieben und begleiten mich nun.
Die Oma an der Haltestelle würdigt mich keines Blickes.
Die Straßenbahn kommt, ich steige ein und gehe bis zum Ende durch. Die Scheiben sind beschlagen, die Welt draußen grau und verschwommen. Das macht nichts. Die Menschen haben die Kaputzen tief ins Gesicht gezogen, verstecken sich unter Schirmen, schauen zu Boden, eilen möglichst schnell nach Hause.
Ich will auch nach Hause, aber ich fahre nur zu meiner Wohnung…

Eine Antwort zu “Sie ist weg, der Herbst kommt”

  1. Lia-Tabea sagt:

    hoffentlich kannst du bald nach hause gehn. oh, das klingt grad sehr nach sterben. so mein ich das natürlich nicht. sondern das du bald dort deine wohnung haben kannst wo du zu hause bist…

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